Montag, am 06. Februar 2012 um 20:52 Uhr
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Material , Farbe und Licht - Gestaltung und Wirkung

 

Ist die äußere Gestalt des Hauses festgelegt, die Raumaufteilung gefunden und die technische Ausstattung untergebracht, geht es an die Innenraumgestaltung.
Die Raumwirkung ist das, was der Betrachter am Ende spürt und womit der Bewohner lebt.


Räume wirken vor allem über ihre Farbe, die verwendeten Materialien und das Licht.
Dieselbe Farbe wirkt ganz anders auf einer strukturierten Oberfläche als auf einer glatten und wieder anders bei unterschiedlicher Beleuchtung. Holz vermittelt ein anderes Empfinden als hochglanzpolierter Granit, Teppichboden wirkt anders als Fliesen.

Um die Entscheidung zu erleichtern oder wenn man sich gar nicht vorstellen kann, welche Materialien und Farben man wählen soll, gibt es Unterstützung mit dem Computer. Wir haben erkannt, wie wichtig es ist unseren Bauherren dabei zur Seite zu stehen, denn hier ist die Vorstellungskraft meist überfordert. Auch uns Profis hilft die Visualisierung von Innenräumen bei der Planung. Hier ein paar Beispiele.

Am Wichtigsten ist unserer Ansicht nach die Ausstattung der Bäder, denn die Fliesen und Sanitärobjekte sind ja eher für den dauerhaften Einbau gedacht und lassen sich nicht gerade mal so eben auswechseln. Man legt sich auf Jahre hin fest.
Eine Tapete ist schnell wieder entfernt, eine farbige Wand bald überstrichen, wenn sich das Farbempfinden mit der Mode ändert.

Mit Farben und Materialien lassen sich Stimmungen erzeugen. Wir möchten Mut machen, mal etwas zu wagen. Denn wie könnte man besser seine Individualität unterstreichen, als seine Ideen auch umzusetzen.
Auch bei Materialien sollte man sich mal etwas trauen. Staunend hält man Bücher und Zeitschriften in der Hand, in denen außergewöhnliche Projekte veröffentlicht werden. Was hindert Sie als Bauherr daran, Ihre Träume zu realisieren?

Warum nicht zu Hause die Liebe zu Sichtbetonflächen umsetzen. Man fühlt sich wie in einem New Yorker Loft und lässt den Fertighauseinheitsgeschmack einfach vor der Haustür. Auch der Bodenbelag kann doch anders sein, als gewohnt. Estrich mit einer Beschichtung, die den Baustoff noch erkennen lässt. Die einheitliche Fläche erzeugt Weite, das gesamte Geschoß wirkt großzügig.
Bodenbeläge sind nicht unmodern, aber man kann einzelnen Räumen oder Bereichen mit ein wenig Fantasie ohne Aufwand oder Mehrkosten eine besondere Note verleihen.

Aber jetzt noch ein wenig Farbenlehre.
Farben erzeugen Gefühle und Stimmungen. Mit Farben verbinden wir Bilder und sie sagen viel über den Menschen aus, der sich mit ihnen umgibt.

Grundfarbe Rot:
Rot ist Kraft und Leidenschaft. Rot ist Feuer, warm und geborgen. Rot wird mit Liebe aber auch mit Gefahr assoziiert. Rot ist dominierend und setzt sich in Szene. Rot wie Blut oder die untergehende Sonne. Der Ton macht die Emotion, tief oder knallig. Mit Rot betont man entweder das Bauteil oder man schafft den Hintergrund, um ein Kunstobjekt oder Bild so richtig zu umrahmen.


Grundfarbe Gelb:
Gelb bringt Licht. Licht ist Sonne. Sonne macht fröhlich und optimistisch. Und doch ist Gelb nicht gleich Gelb. Es kann Limonengelb frech sein mit einem tüchtigen Schuss Blau. Oder ein warmes Ocker, das mit Rot das Toscana-Feeling in den Raum bringt. Gelb ist vielseitig und ungefährlich bei der Raumwirkung, wenn es nicht gerade ungemischt an die Wand gepinselt wird.

Grundfarbe Blau:
Blau wirkt kühl und edel. Blau wie der Himmel und das Meer, ruhig und klar. Weite und Sehnsucht kommen einem in den Sinn. Auch Wasser und dessen Reinheit fallen einem zu Blau ein.
Bei Blautönen ist vor allem die Mischung entscheidend, wie warm oder kühl die Raumwirkung empfunden wird. Kombiniert mit Weiß oder Grau löst man die Schwere.

Aus den Pigmenten dieser Grundfarben ist durch Mischung untereinander und Beimischung von weißen oder schwarzen Farbpigmenten jede Farbe und jeder Farbton herstellbar. Alle Grüntöne bestehen in der Hauptsache aus Gelb und Blau, Orange wird mit Rot und Gelb hergestellt, Lila aus Rot und Blau usw.
Die Wirkung aller Farben in Räumen hängt aber vor allem von der angewendeten Technik und dem verwendeten Material ab. Eine strukturierte, marmorierte Fläche kann niemals nur Hintergrund sein, sie inszeniert sich selbst.


Der wichtigste Tip: Farben ruhig kräftig wählen, aber nur punktuell einsetzen.

Eine knallige Wand oder ein schrilles Möbelstück. Eine Bordüre oder Streifen auf andersfarbigem Hintergrund, gegensätzlich oder Ton in Ton.
Letztendlich kommt es auf den individuellen Geschmack an. Aber besser den Fachmann fragen, das spart Geld und schützt vor Enttäuschung.
Denn zu viel Farbe kann auch erdrückend sein.
Die Raumgröße und –höhe beachten und…die Mischung macht´s.

Es wird sie nun enttäuschen, dass Farben eigentlich nur als Sinnestäuschung beim Betrachter existieren.
Farben empfinden wir nur dadurch als unterschiedlich, weil auftreffendes Licht auf verschiedenen Materialien unterschiedliche Farbreize in unserem Auge auslöst.

So ist natürlich auch ganz klar, dass sowohl das in einen Raum einfallende Tageslicht als auch die elektrische Beleuchtung unterschiedliche Stimmungen erzeugt.
Die Elektroinstallation sollte sich daher nicht nur auf die Anzahl der Steckdosen beschränken, sondern ist bei überlegter Lichtplanung Teil einer durchdachten Hausplanung und unterstützt Wohlgefühl und Behaglichkeit.
 

 

 
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